netyourbusiness

Unternehmen vernetzen - für mehr Erfolg!

Diese Karte führt nicht

Stellen Sie sich eine Stille vor, die nicht nur die Abwesenheit von Lärm ist, sondern ein eigenes, drückendes Gewicht hat. Folgen Sie einem Mann, […] Mehr lesen

Mehr lesen

Wo die Erde das Wasser

Eine Gemeinschaft lebt am Rande der Vergessenheit, in einer Landschaft, die sich selbst aufgegeben hat. Der Himmel ist eine gläserne Kuppel über […] Mehr lesen

Mehr lesen

Die Stadt zeichnet ihre

In der Stunde zwischen drei und vier Uhr morgens, wenn das gewöhnliche Leben in einen toten Schlaf gefallen ist, erwacht eine andere Stadt. Sie […] Mehr lesen

Mehr lesen
Panorama-104813 Panorama Server-Hosting Europa USA Asien Panorama Speicherplatz Cloud Hosting

Internet-Magazin Polizei Zufall Gier Schicksal ...

Ein Kommissar, ein düsteres Anwesen und die Seelenwächter der Geisterküste.

Sie lesen eine frei erfundene Geschichte. Doch manche Geschichten besitzen ein Eigenleben, das die Grenze zur Wirklichkeit auflöst. Die Charaktere sind fiktiv, bis Sie in ihnen einen Schatten Ihrer selbst erkennen. Die Ereignisse haben nie stattgefunden, außer vielleicht in jener dunklen Ecke Ihrer Vorstellung, die jetzt zu lauschen beginnt. Mit jedem weiteren Satz, den Sie lesen, geben Sie dieser Erzählung die Erlaubnis, in Ihnen zu wurzeln. Sie wurden gewarnt.
Die Schreie der Ertrunkenen sind nicht verstummt, sie hängen nur in den Salzflecken an den Klippen und warten auf eine stille Stunde.

Die Schreie der Ertrunkenen warten in den Salzflecken.

Das Meer vergisst nichts. Es schluckt die Schiffe, die Männer, die Wahrheiten, und nach Jahren oder Jahrhunderten spuckt es sie wieder aus, poliert zu rätselhaften Fragmenten. An der Küste Rügens, wo das Kreidegestein wie gebrochene Knochen aus dem Wasser ragt, sammeln sich diese Fragmente. Die Einheimischen flüstern von einem Wächter, der dort sein Unwesen treibe, ein Sammler nicht von Strandgut, sondern von Seelen. Sie nennen ihn den Herrn des Anwesens am Ghormannsberg, dieses düsteren Gemäuers, das wie ein missfarbener Zahn aus dem Kiefer der Landschaft sticht. Die Polizei von Stralsund hat die Akte längst geschlossen. Ein bedauerlicher Unfall, ein tragischer Selbstmord, das übliche Spiel von Gier und Schicksal. Nur ein Mann in Dresden, mit einem eigenen Abgrund in der Brust, hört in den nüchternen Protokollen ein anderes Echo, das Echo eines Rufs, der bestimmt war, ihn zu erreichen.

Ein Anruf reisst den Kommissar aus seinem Weinrausch.

Kommissar Arne Falk erwachte nicht mit einem Ruck, sondern tauchte langsam auf, wie ein Leichnam, den die Strömung ans Ufer spült. Der Geschmack von Wein, kein Balsam, sondern ein ätzendes Konservierungsmittel, überzog seine Zunge. Das Telefon auf dem Nachttisch vibrierte und wanderte surrend Richtung Rand. Er griff danach, nicht aus Pflichtgefühl, sondern aus einer matten Abneigung gegen das Krachen, das folgen würde. Die Stimme vom Revier war blechern und sachlich. Ein Toter, ein Obdachloser, gefunden in einer zugigen Toreinfahrt in der Johannstadt. Nichts Besonderes. Aber der Fundort ließ Falk die trüben Augen öffnen. Direkt vor dem frisch sanierten, millionenteuren Stadthaus des Bauunternehmers Kerbach. Zufall, murmelte der Kollege am anderen Ende. Falk sah das schmierige Grau des Himmels durch sein Fenster und dachte an keinen Zufall. Er dachte an eine Botschaft.

In der Toreinfahrt findet sich ein rätselhafter Fund.

Die Toreinfahrt roch nach Katzendreck und feuchter Asche. Der Mann lag in fötaler Stellung, eingewickelt in mehrere Schichten durchweichter Kleidung, ein armer Lump, wie die Gazette später schreiben würde. Doch Faks erfahrener Blick registrierte die Details. Die Hände waren überraschend sauber, die Nägel geschnitten. Und in der zusammengekrampften rechten Faust, fast übersehen, steckte kein Krümel Brot, sondern eine winzige, vom vielen Reiben glatt polierte Kreidescherbe, weiß wie ein Milchzahn. Kerbach, der Bauunternehmer, beteuerte seine Unschuld vom Fenster seiner Villa aus. Ein bedauernswerter Vorfall, ja. Diese Menschen seien doch krank, habe keine Perspektive. Seine Gier galt nur den Grundstücken, den Steuervorteilen, dem Glanz. Falk hörte kaum zu. Er starrte auf die Kreidescherbe, die in einem Beweistütchen lag und ein fahles, inneres Licht zu absorbieren schien.

Die Spur fuehrt zu weiteren raetselhaften Todesfaellen.

Die Obduktion ergab Unterernährung, Organversagen, die übliche Melodie des Verfalls. Als Todesursache wurde „hypothermischer Schock“ festgehalten. Ein Fall für das Sozialamt, nicht für die Mordkommission. Doch Falk, getrieben von einem Instinkt, den er dem Alkohol zuschrieb, begann zu graben. Er stieß auf zwei weitere Fälle der letzten Monate. Eine als bettelarm bekannte alte Frau, tot in ihrem Plattenbau aufgefunden, in der Schürze eine Aktie eines längst bankrotten Rüstungskonzerns. Ein junger, hochverschuldeter Spieler, ertrunken in der Elbe, mit einem vergoldeten Türknauf in der Jackentasche. Jedes Mal lag der Tod in unmittelbarer Nähe zu plötzlich aufgetauchtem, unerreichbarem Reichtum. Jedes Mal ein kleines, wertloses Souvenir der Begierde dabei. Der Kollege lachte. Makabrer Zufall, Arne. Sammlerstücke für die Hölle. Falk trank an diesem Abend nicht. Die Kälte in ihm war bereits intensiver als jede Betäubung.

Die Reise zum verlassenen Anwesen an der Kueste.

Die Spur der Kreide führte nach Norden. Ein Anruf bei den Kollegen auf Rügen brachte nur Achselzucken. Das Ghormann-Anwesen? Seit Jahren verlassen, gehöre irgendeiner ausländischen Stiftung. Unzugänglich. Aber ja, vor Jahren gab es da Geschichten. Ein früherer Besitzer, ein verschrobener Kunsthändler, sei pleitegegangen und habe sich von den Klippen gestürzt. Seine Sammlung war wertlos gewesen, nur Trödel. Falk buchte eine Bahnfahrt. Die Reise war ein langes Ausblenden. Städte verwaschen zu Lichtern, Wälder zu grünen Wänden. In Saßnitz angekommen, schlug ihm die salzige, fischkalte Luft des Hafens entgegen. Er mietete ein klapperndes Fahrrad. Die Straße zum Ghormannsberg war eine einsame Schneise durch kniehohes, raschelndes Schilf. Das Meer war überall zu hören, ein beständiges, zischendes Atmen.

Das duestere Anwesen offenbart seine unheimliche Sammlung.

Das Anwesen tauchte hinter einer Biegung auf, ein monströses Kind der Jahrhundertwende, mit Türmchen und verglasten Veranden, die blind in den grauen Tag starrten. Das Tor war verrostet, aber nicht verschlossen. Es knarzte wie ein warnendes Gelenk. Der Garten war eine Wildnis aus verkümmerten Rosen und fleischfarbenen Hortensien. Falk spürte die Blicke der leeren Fensterhöhlen auf seiner Haut. Die Haustür gab unter seinem Schulterdruck nach. Die Halle roch nach Moder, nach feuchtem Holz und etwas anderem, einem süßlichen Geruch wie verwelkter Flieder. Staub tanzte in Lichtbahnen, die sich durch zerrissene Vorhänge kämpften. An den Wänden hingen keine Gemälde, sondern Regale, gefüllt mit unsäglichen Dingen: eine Sammlung verbrannter Streichhölzer, Dutzende zerbrochener Brillengestelle, ein Berg aus abgetragenen Schuhsohlen. Die Trophäen der Armut. Ein leises Kratzen erklang von oben. Falk erstarrte. Es war das Geräusch einer Feder auf Papier.

Ein Gespraech mit dem Hueter der verlorenen Seelen.

Im Obergeschoss fand er das Studierzimmer. Am Fenster, vor der Kulisse des gischtenden Meeres, saß ein Mann und schrieb. Er war blass, unnatürlich blass, als habe ihn die Sonne nie berührt. Sein Anzug war altmodisch, aber makellos. Er sah nicht auf. Willkommen, Kommissar Falk. Ich habe auf Sie gewartet. Seine Stimme war das Rauschen welker Blätter. Falk fragte nach den Toten. Der Mann, der sich als Archivar vorstellte, lächelte traurig. Ich sammle nur, was schon verloren ist. Ihre Gier war das Einzige, was sie besaßen. Ich mache sie nur sichtbar. Er deutete auf die Regale, die nun nicht mehr Schuhsohlen, sondern Miniaturvillen, Aktienbündel, Goldbarren aus Pappmaché zeigten. Jedes Objekt pulste mit einem fahlen Glimmen. Der Archivar erklärte, er sei ein Wächter, kein Richter. Er locke die Gier an, wie das Licht die Motten, und gebe ihr eine Form. Dresden, die Stadt, sei voll davon. Der Zufall Ihrer Entdeckung war keiner. Sie waren reif für den Besuch.

Die Versuchung und die Entscheidung des Kommissars.

Wut stieg in Falk auf, eine heiße, klare Wut. Sie ermorden Menschen. Der Archivar schüttelte den Kopf. Das Schicksal ermordet sie. Ich zeige ihnen nur den Spiegel. Sehen Sie? Er nahm Faks Hand und berührte damit einen der glimmenden Goldbarren. Sofort schossen Bilder durch Falk: Das Stadthaus, das er nie besitzen würde. Die Anerkennung, die ihm versagt blieb. Der stille Frieden, den er in Flaschen ertränkte. Seine eigene, tiefe, schwärzeste Gier nach Vergessen, nach einem Ende des Kampfes. Sie sind einer von ihnen, Kommissar. Ihr Verlangen ist nur anders gewandet. Bleiben Sie. Das Anwesen bietet Ihnen, was Sie suchen: ein Ende des Schmerzes. Das Meer draußen schien lauter zu werden, es rief seinen Namen in jeder Welle. Es wäre so einfach. Er war schon immer ein armer Lump gewesen, ein Geschöpf der Finsternis.

Die Flucht aus dem zusammenbrechenden Anwesen.

Falk zog seine Hand zurück, als habe er sich verbrannt. Die Kälte, die er mit sich trug, war unvermittelt ein Bollwerk gegen die verlockende Wärme der Aufgabe. Nein, flüsterte er. Ihre Gier ist die nach Seelen. Meine ist... menschlich. Ich will sie nicht loswerden. Ich will sie ertragen. Der Archivars Lächeln erstarb. Sein Gesicht wurde porös wie Kreide. Das Haus stöhnte. Die gesammelten Objekte begannen zu vibrieren und zu Staub zu zerfallen. Das Anwesen brauchte Nahrung, und es hatte sie fast gehabt. Falk stolperte die Treppe hinunter, durch den Garten, dessen Pflanzen nun welkten und zerbröselten. Hinter ihm hörte er kein Schreien, nur ein langgezogenes, trostloses Seufzen, als sich das Gebälk zusammenzog. Er radelte zurück, ohne sich umzusehen. Auf der Fähre sah er zurück zur Küste. Der Ghormannsberg war nur noch eine unbestimmte, graue Masse im Nebel. Ein Fragment, das das Meer vielleicht irgendwann wieder ausspucken würde.

Die bleibende Erinnerung und die stetige Versuchung.

In Dresden schloss Falk den Fall als natürlichen Tod ab. Die Kreidescherbe behielt er. Sie liegt jetzt auf seinem Schreibtisch, ein stummer, weißer Fleck zwischen den Aktenbergen. Er trinkt noch immer, aber weniger. Manchmal, wenn die Nacht am stillsten ist, glaubt er, ein Flüstern aus der Scherbe zu hören, eine Einladung. Dann denkt er an das Rauschen des Meeres und an die Wahl, die er getroffen hat. Der Schmerz umschließt sein Herz noch immer, aber er ist sein Schmerz geworden, keine Ware mehr für dunkle Archive. Der Wächter wartet. Das Schicksal spinnt seine Fäden. Aber dazwischen, so weiß Falk jetzt, liegt der schmale Grat des Zufalls, und auf diesem Grat geht er, Schritt für Schritt, unsicher weiter.


In stillem Gedenken an die ungesprochene Erinnerung zwischen Klippe und Kiefernwald,
Ihr Chronist des düsteren Anwesens am Ghormannsberg.

uwR5


*Der geneigte Leser wird um Nachsicht gebeten, wenn sich die Topographie dieser Erzählung den unerbittlichen Gesetzen der Erinnerung und des Vergessens beugt. Strände verschieben sich, Städte verlieren ihre Gesichter im Wandel der Epochen, und selbst die Schatten, die alte Gemäuer werfen, sind nicht mehr die von einst. Diese Geschichte hält sich an eine andere, eine emotionale Wahrheit, die sich in den Lücken der offiziellen Chronik ansiedelt, dort, wo die Kreidefelsen die Fakten brechen und das Meer der Fantasie nachspült.

Quellenangaben:
Inspiriert von der beunruhigenden Erkenntnis, dass die gefährlichsten Monster aus menschlicher Gier geformt sind.
Geister und Sagen: Vom Mythos zur Attraktion
Deutsches Kriminalmuseum: Dauerausstellung zu Verbrechen und Justiz
Sagenhaftes Rügen: Die Mythen der Insel
Wikipedia – Die freie Enzyklopädie

NET YOUR BUSINESS!

Nachtigall

Ein schönes Weib! Der weiße Blick, er sprach von wildem Begehren; die stummen Lippen wölbten sich und lächelten stilles Gewähren. Die Nachtigall, sie sang so süß. Ich konnt nicht mehr lesen >>>

Als Wunsch ein Stückchen

Ein Häuschen wünscht ich mir, versteckt und klein, auf dessen Sims sein Lied der Vogel singt, an dessen reb'umsponnen Fensterkreuz der letzte Ton der lauten Welt verklingt. mehr lesen >>>

Preußische Provinz Sa

besteht aus den altpreußischen Landen Magdeburg, Altmark, Preußisch Mansfeld, Halberstadt, Quedlinburg, Wernigerode, Hohenstein, Nordhausen, Mühlhausen, Eichsfeld mehr lesen >>>

In manchen Nächten ist das

Es beginnt in einer Stadt, die älter ist als ihre ältesten Pflastersteine, tiefer als ihre tiefsten Keller und stiller als ihr nächtlichstes Schweigen. mehr lesen >>>

Lob an den Frühling

Die ganze Geschichte mit allen Einzelnheiten will ich hier getreulich berichten. Soll er sie zählen nach seinen Tränen? Und messen, wie sie noch mehr lesen >>>

Wie weit? Ein Schiff am

Herr, ein Schiff bleibt bei uns! Es will die Nacht am Horizont sich neigen; die Sonne sank schon längst hinab unter Wasser zur Ruh. mehr lesen >>>

Frage und Antwort von Faustus

Im grünen Walde wandeln zwei Männer, kühl umrauscht, da wird von hohen Dingen manch ernstes Wort getauscht. Der Eine für mehr lesen >>>

Großmut als Araber,

Eine Dampfschifffahrt zu machen, das ließ ich mir nicht zweimal sagen. Ich gewann das Ufer eine halbe Meile oberhalb mehr lesen >>>

Nab beschloß also an der

noch einige Meilen weiter hinauf zu gehen. Möglicher Weise konnte die Strömung einen Körper ja etwas mehr lesen >>>

Begegnung an der Ei

Leise drückte auf und trat aus dem schweren Dunkel des Sakristeiraumes ins Freie. Überrascht mehr lesen >>>

Der Triumph der Liebe -

Ihr stutzet, Freund, wie nur ein Mann, der Wochen mit der ganzen Erde grollte und mehr lesen >>>

EuroAgentur -

Die Euro-Agentur bietet eine große Auswahl an Hotels, Gaststätten, mehr lesen >>>

Manchmal beginnt Erholung

Der Horizont ist flach und riecht nach Salz, der Wind trägt mehr lesen >>>

Herbstabend, Rotglut säumt

Der Nebelabend kühlt und feuchtet; die Ferne stirbt in mehr lesen >>>

Flickenpracht im

In der eisigen Oede bin ich allein. Hart klingt mehr lesen >>>

Rückkehr, finster ist die

Mit meinem Saitenspiele, Das schön mehr lesen >>>

Stahlfinger und Saurier am

Dann am mehr lesen >>>

Liebesblick

Und schließt sie mehr lesen >>>

Künstler am Tischchen steht,

Ein mehr lesen >>>


Created by www.7sky.de.

Diese Karte führt nicht dorthin, wo etwas ist, sondern dorthin, wo etwas fehlt.

Stellen Sie sich eine Stille vor, die nicht nur die Abwesenheit von Lärm ist, sondern ein eigenes, drückendes Gewicht hat. Folgen Sie einem Mann, dessen Welt aus messbaren Fakten und klaren Linien auf geologischen Karten besteht, in ein Tal, das sich wie ein ausgeatmeter Seufzer zwischen den Bergen ausbreitet. Seine Reise beginnt mit einem rätselhaften Vermächtnis: einer uralten Karte, die nicht zu Schätzen, sondern zu leeren Betten führt, den sogenannten Schlafstätten der Alten. Was er für eine akademische Spurensuche hält, entpuppt sich als Reise an den Rand des Vorstellbaren. An Orten, wo Felsformationen so unheilvoll perfekt wie riesige Wirbelsäulen im Schutt liegen oder steinerne Throne leer über Königreiche wachen, die niemand mehr regiert, zerbricht sein Glaube an die zufällige Natur der Welt. Hier hat sich etwas hingesetzt, hat sich ausgestreckt, ist aufgestanden und gegangen. Die gewaltige Abwesenheit ist das Einzige, was geblieben ist, und sie ist greifbarer als jeder Fels. Doch er ist nicht allein in dieser seltsamen Leere. Er stößt auf eine Gemeinschaft von Pilgern, die nicht das Göttliche suchen, sondern dessen Fortgang zelebrieren. In nächtlichen Ritualen ohne Worte und Gebete verehren sie die reine, kathartische Leere, die die Alten hinterließen. Ihre Ehrfurcht gilt nicht einer Macht, sondern der befreienden Endgültigkeit, dass die Macht vorbei ist. Für unseren Protagonisten, den Mann der Fakten, wird diese Konfrontation zum Spiegel. Während er die äußeren Schlafstätten erkundet, öffnet sich vor ihm die unerwartete und beunruhigende Landschaft seiner eigenen inneren Leere. Was, wenn alles, was er für Vernunft hielt, nur die gut gepflegte Abwesenheit von etwas viel Größerem war? Die eigentliche Reise beginnt erst, als die Karte endet. Sie führt hinein in das größte Rätsel von allen: die Frage, was einen Menschen erfüllen kann, der plötzlich in einem Bett liegt, das für einen Riesen gemacht wurde. Wird die lastende Stille ihn erdrücken, oder findet er in ihr den weiten, hohlen Klang einer ganz neuen Möglichkeit? Die Antwort liegt nicht im Gestein, sondern in dem Echo, das sein Herz in der Stille zurückwirft. […] Mehr lesen >>>


Wo die Erde das Wasser verliert, war sein Blut, ohne Leben.

Eine Gemeinschaft lebt am Rande der Vergessenheit, in einer Landschaft, die sich selbst aufgegeben hat. Der Himmel ist eine gläserne Kuppel über ausgedörrten Feldern, der Wind ein stetes, leises Jammern in den Rissen des Bodens. Hier ist der Durst kein Übel, sondern ein ständiger Bewohner, ein unsichtbarer Gast an jedem Tisch. In dieses von der Zeit umgangene Dorf kommt ein Mann der Wissenschaft, ein Ethnologe, getrieben von der kühlen Neugier des Dokumentaristen. Er sieht Rituale, sammelt Mythen, notiert Beobachtungen. Seine Kamera ist sein Schild gegen das Unerklärliche. Doch Weilerroth hütet ein Geheimnis, das sich nicht in Fragebögen pressen lässt. Die Dorfbewohner begegnen ihm mit einer Mischung aus scheuer Höflichkeit und einer beunruhigenden, wissenden Stille. Ihr Ältester, ein Mann mit Augen wie trockene Brunnenschächte, spricht von einem alten Gleichgewicht, von einem Recht der Erde, das älter ist als jedes menschliche Gesetz. Das erste Geschenk ist ein bitterer Trank, der die Kehle befeuchtet und eine unsichtbare Bindung knüpft. Die Warnung ist in der Geste enthalten: Du nimmst, also wirst du eines Tages geben müssen. Die wahre Natur dieses Ortes offenbart sich erst im Schein eines nächtlichen Feuers, wenn die Schatten lang werden und die Logik der zivilisierten Welt zu zerbröckeln beginnt. Ein Ritual beginnt, archaisch und unerbittlich: das Klirren von Scherben in einem Sack, ein Los, das nicht Gewinn, sondern Schuld zuteilt. Plötzlich ist der Beobachter nicht mehr Zeuge, sondern Objekt. Die kalte, steinerne Platte, auf die man ihn legt, ist kein Altar im herkömmlichen Sinne, sondern ein Instrument einer unheimlichen Alchemie. Die Qual ist raffiniert und grausam: Wasser in Sichtweite, unerreichbar, während die Sonne nicht brennt, sondern säuft. Doch dies ist nur der Vorhof der Hölle. Der eigentliche Schrecken bahnt sich nicht von außen, sondern von innen seinen Weg. Etwas bricht in dem Mann auf, ein umgekehrter Quell, ein schwarzer Brunnen der Begierde, der alles in sich hineinziehen will. Der Durst verwandelt sich. Er wird vom körperlichen Symptom zum seelischen Dämon, eine eigene, gierige Entität in seinem Innern. Was geschieht, wenn ein Mensch nicht mehr nach Wasser lechzt, sondern selbst zum Verkörperung des Mangels wird? Kann ein leerer Brunnen in der Seele eine ganze Landschaft zum Fließen bringen? Und welchen Preis hat das Wasser, das nicht aus der Tiefe der Erde, sondern aus der Finsternis eines gebrochenen Geistes springt? Der Mann, der kam, um zu forschen, wird zum Gefäß für etwas Uraltes. Er hört den Flüstern der Steine zu, und sie antworten ihm. Doch die Erlösung, die er dem Dorf bringt, ist für ihn selbst der Beginn einer nie endenden Wachsamkeit. Der Durst schläft nur. Und er wartet auf den nächsten Fremden, der glaubt, ein Gast zu sein. […] Mehr lesen >>>


Die Stadt zeichnet ihre eigenen Karten in die Haut derer, die nachts zu genau hinschauen.

In der Stunde zwischen drei und vier Uhr morgens, wenn das gewöhnliche Leben in einen toten Schlaf gefallen ist, erwacht eine andere Stadt. Sie besteht aus den Zonen, die das Licht meidet: verlassenen Industriebrachen, zugemauerten Torbögen, asphaltierten Flüssen und Höfen, die von keinem Fenster aus eingesehen werden können. Hier herrscht eine Öde, die nicht einfach nur Leere ist, sondern eine aktive, wache Präsenz. Ein Mann, gejagt von einer Schlaflosigkeit, die tiefer geht als Müdigkeit, hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Schattengeographie zu dokumentieren. Mit Bleistift und Papier zieht er aus, um das Raster der Leere zu kartieren, in der Hoffnung, der chaotischen Nacht eine Ordnung aufzuzwingen. Doch je genauer er zeichnet, desto mehr beginnt die Leere, ihn anzusehen und seine Linien zu erwidern. Seine Suche startet als methodischer Spaziergang, wird aber bald zur Besessenheit, als er auf Fehler im Gefüge der Realität stößt. Ein Verkehrsschild, das auf eine nicht existierende Anlegestelle verweist. Eine eiserne Treppe, die in eine Dunkelheit führt, die jeden Lichtstrahl verschluckt. Die Orte widersetzen sich der Logik und den amtlichen Plänen; sie existieren nur in diesem Zwischenreich der Nacht. Seine Karte füllt sich mit diesen Anomalien, und zu seinem Entsetzen und seiner Faszination beginnen sie, ein Muster zu bilden - ein sternförmiges, fremdartiges Mandala, das sich über das Stadtgebiet legt. Die Stadt hat eine verborgene Anatomie, und er hat unwissentlich ihre Adern und Nervenknoten skizziert. Doch wer oder was hat diese Anatomie erschaffen? Der Drang, das Zentrum dieses Netzes zu finden, wird unwiderstehlich. Es führt ihn in einen vergessenen Innenhof, einen Ort, an dem die Stille so absolut ist, dass sie wie eine gläserne Kuppel auf der Welt lastet. Hier versagen seine Instrumente: Kompassnadeln tanzen ziellos, GPS-Signale erlöschen. Die Wände sind übersät mit Türrahmen, die nirgendwohin führen, und aus einer dieser Schwellen dringt ein Flüstern, das einen längst vergessenen Namen ruft - seinen. Die Ohnmacht, die ihn hier schon lange umkreist hat, bietet sich nun nicht als Bedrohung, sondern als verlockende Kapitulation an. Als er flieht, wird die gesamte Stadt zum Ausdruck seines Albtraums; jede Gasse entspricht einem Strich auf seiner Karte. Der Kartograph wird zum Gezeichneten. Und als er am nächsten Morgen erwacht, trägt er den endgültigen Beweis für diese schreckliche Symbiose nicht mehr auf Papier, sondern in seinem eigenen Fleisch eingebrannt. […] Mehr lesen >>>


Zeit für NET YOUR BUSINESS - in Sachsen - Deutschland - Europa

Schlaf erwacht mit Küssen wie aus dem Schlaf erwacht sieht Lykoon den Sprecher an mit Ungewissen Blicken, doch kaum hat er das Aug gewandt und schon liegt er an seinem Halse […]
Soldatenehre Zu Roß, so schön und wüste, Ein hohes Weib fliegt her, Behelmt, entblößt die Brüste, Ihr Aug weckt wild Gelüste, Sie heißt Soldatenehr. […]
Boden vergeßne Wege Er hatte sich nicht getäuscht, er fand, was er suchte. Niemand war im Treppenflur an der Löscherstraße, kein Mensch hatte ihn gesehen. So ward […]

NET YOUR BUSINESS und Informatik, systematische Darstellung, Speicherung, Verarbeitung und  Weitere

Weitere

Wie sie gepranget und stolziert, Wie sehr sie sich erhaben, So sehr wird sie nunmehr vexiert, Gedrucket und vergraben. Der Geizige klaubt überall Den Teufelskot […]

NET YOUR BUSINESS und Informatik, systematische Darstellung, Speicherung, Verarbeitung und Leichenschmaus

Leichenschmaus

Wo sie sich nahen, rasselt wach Der Hofhund an der Kette, Und wälzen sich mit Angst und Ach Die Kranken auf dem Bette. Sie bauen am Kamin ihr Nest, Dann stirbt der […]

NET YOUR BUSINESS und Informatik, systematische Darstellung, Speicherung, Verarbeitung und Die Pfeil vom Bogen Entdeckung

Die Pfeil vom

Wie der Pfeil vom Bogen schwirret, Also eilt der schwache Kiel, Der im hohen Meere irret, Aufgeregter Winde Spiel. Und fürchterlich schwanket eilf schreckliche Tage […]