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Internet-Magazin Welt Schmerz Liebe Nichts Loch ...

Das Loch im Nichts oder die Suche nach der Wahrheit.

Die Leere in meiner Brust hatte ein eigenes Gewicht.

Sie zog mich nach unten, in mein Bett, in die Matratze, bis ich eines Nachts aufstand und hinausging. Die Straßen waren feucht und leer. Das Laternenlicht lag wie fahler Käse auf dem Asphalt. Ich ging, ohne Richtung, getrieben von dieser Masse in meinem Inneren, die nach etwas verlangte, das keinen Namen hatte. Es war kein Gefühl, es war ein Ort. Ein Ort der Abwesenheit. Ich suchte das Nichts.

Ich fand das Loch an der Grenze der Stadt.

Es war nicht in der Erde, sondern in der Luft. Ein vertikaler Riss, eine Säule aus purer Dunkelheit, höher als ich und breit genug, um mich zu umarmen. Sie saugte das Licht der Sterne ein. Kein Rand, keine Kante, nur ein Übergang von der nächtlichen Welt in eine noch nächtlichere. Ich trat näher. Die Kälte, die von ihm ausging, ließ die Haut meiner Arme schrumpfen. Ich streckte die Hand aus. Meine Fingerspitzen verschwanden. Sie fühlten nichts, keine Kälte, keine Wärme, nur eine sanfte, unendliche Resistenz. Ich zog meine Hand zurück. Sie war unversehrt, aber ich spürte ein Pulsieren im Knochenmark, ein fernes Echo.

Ich starrte in die Finsternis bis meine Augen schmerzten.

Dann begann ich zu graben. Nicht mit den Händen, sondern mit dem Willen. Ich schaufelte Gedanken hinein, Erinnerungen, die nicht mehr wehtaten, und den dumpfen, weltumspannenden Schmerz, der mich hierher getrieben hatte. Ich warf alles in das Loch. Mit jeder Handvoll inneren Schutts fühlte ich mich leichter, hohler, und das Loch schien zu antworten. Ein Summen begann, tief und vibrierend, das durch die Sohlen meiner Schuhe in meine Knochen kroch. Es war kein Geräusch der Welt. Es war das Geräusch des Ortes, an dem die Welt endet.

Das Summen wurde zu einem Dröhnen und öffnete sich.

Aus dem Nichts quoll Licht. Es war kein Strahl, keine Garbe, es war eine Substanz, dickflüssig und langsam wie Honig, aber von einer unbarmherzigen Helligkeit. Es floß über den Rand des unsichtbaren Gefäßes und ergoß sich zu meinen Füßen. Es berührte meine Schuhe, und sofort wusste ich zwei Dinge. Dies war die Liebe. Und sie war nicht für mich gemacht. Sie war rein, absolut, ein ökologisches Prinzip des Universums, und mein Berühren war eine Verunreinigung. Ein Glücksschauer durchfuhr mich, so intensiv, dass ich mich übergeben wollte. Gleichzeitig fraß sich ein scharfer, ätzender Schmerz in meine Fußsohlen, der Schmerz einer zu großen Wahrheit.

Ich fiel auf die Knie in den Lichtstrom.

Er umspülte meine Beine, meine Hüften, eine Flut von Wärme und Agonie. Ich öffnete den Mund und das Licht füllte mich. Es füllte die Leere, die mich hierhergebracht hatte, und sprengte sie. Ich war nicht mehr einsam. Ich war ein Teil von allem, verbunden mit dem schreienden Käfer im Gras, dem rotierenden Gestirn, dem kalten Stein tief in der Erde. Diese Einheit war überwältigend und schön und entsetzlich. Ich verlor die Grenzen meines Selbst. In diesem Ozean des Einsseins tauchten dunkle Inseln auf. Nicht Gedanken, sondern Präsenzen. Fremde Bewusstseine, die in diesem Nirgendwo gefangen waren, älter als Sterne, hungrig nach der Wärme meiner sterblichen Seele. Die Liebe zeigte mir ihre Kehrseite, eine symbiotische, alles verschlingende Verstruckung.

Ich riss mich los von der umarmenden Wärme.

Der Riss war physisch, ein Zerren an meinem Brustkorb. Ich kroch rückwärts, blind, das Nachbild der absoluten Helligkeit gebrannt in meine Netzhaut. Als ich wieder sehen konnte, war das Loch nur noch ein schimmernder Fleck in der Luft, der langsam verblasste. Ich lag im nassen Gras und zitterte am ganzen Leib. Die Welt roch nach Erde und Moder. Ich war verwandelt. Die große Leere war fort, ersetzt durch ein gefährliches, zweigeteiltes Wissen. Ich kannte die umarmende Wärme des All-Einen. Und ich kannte die kalten Bewohner seiner Schattenseiten. Beides lebte nun in mir.

Jahre trugen mich davon in die Stille der Wälder.

Das Leben ging weiter, aber es war ein Leben unter der Folie. Das normale Licht der Sonne war flach geworden. Manchmal, in überfüllten U-Bahnen, spürte ich den schlagartigen, beglückenden Impuls, alle Menschen um mich herum zu lieben, wirklich und kompromisslos. Im nächsten Moment durchzuckte mich die panische Gewissheit, dass etwas von der anderen Seite herüberreichte, um diese Verbindung zu fischen. Ich begann, Wälder zu suchen. Die stumme, grüne Dichte der Bäume dämpfte die innere Zerrissenheit. In einem dieser Wälder, dem Kaitzbachwald, roch das Moos nach Kindheit und die Luft nach vergessenen Versprechen.

Ich traf sie am dritten Abend am Feuer.

Ich hatte ein kleines, illegales Feuer aus trockenem Reisig entfacht. Das Knacken der Zweige war das einzige Geräusch. Dann hörte ich Schritte, weich auf dem Waldboden. Eine Frau trat aus dem Schatten der Tannen. Ihr Haar war eine Wolke dunkler Locken, von der das Feuer rötliche Glanzlichter aufsog. Sie trug keine besondere Kleidung, nur viele Lagen Stoff in Grau und Grün, aber ihre Bewegungen hatten die lautlose Sicherheit eines Tieres, das sein Revier kennt. Sie nickte mir zu, als sei unser Treffen verabredet, und setzte sich auf den anderen Baumstamm, der meinem Feuer gegenüberlag.

Wir sprachen nicht sofort und betrachteten das Feuer.

Sie betrachtete die Flammen, ich betrachtete sie. In ihren dunklen Augen tanzte das Feuer, aber dahinter lag eine Ruhe, eine Tiefe, die mich an das Loch erinnerte. Nicht an seine Schrecken, sondern an das stille, erwartungsvolle Nichts davor. Sie holte eine flache, holzgeschnitzte Schachtel aus ihren vielen Taschen und legte sie auf den Baumstumpf zwischen uns. Erst als die ersten Sterne durch das Blätterdach blinzelten, öffnete sie den Deckel. Auf schwarzem Samt lag ein Stern. Nicht aus Metall oder Stein. Er schien aus demselben Material zu sein wie die Nacht selbst, aber er fing das Sternenlicht und das Feuerglut auf und warf es in kleinen, funkelnden Nadeln zurück.

Die anderen kamen leise dazu und wärmten ihre Hände.

Zwei Männer, eine ältere Frau, ein junges Mädchen. Sie schleppten Strohballen heran, ließen sich nieder, wärmten ihre Hände. Sie waren da, aber sie gehörten zu sich. Es gab kein Fragen, wer ich war. Ich war der Mann am Feuer, das reichte. Das Mädchen begann eine Melodie auf einer einfachen Flöte zu spielen. Die Töne mischten sich mit dem Rauch und stiegen zu den Ästen auf. In dieser Nacht, umgeben von diesen fremden Menschen, fühlte ich mich zum ersten Mal seit der Begegnung mit dem Loch nicht zerrissen, sondern einfach nur da. Der Weltschmerz war ein fernes Donnergrollen hinter den Bergen. Hier, im engen Kreis des Feuerscheins, gab es eine andere Art von Ganzheit, eine brüchige, menschliche.

Die reisende Frau nahm den Stern und zeigte seine Kraft.

Sie hielt ihn zwischen Daumen und Zeigefinger hoch, so dass er vor dem dunklen Hintergrund des Waldes schwebte. Schau, sagte sie. Die Funken in seiner Tiefe ordneten sich neu. Sie zogen keine Bilder, aber sie suggerierten eine Richtung, eine Neigung, so wie eine Kompassnadel zum Norden zieht, ohne ihn abzubilden. Er zeigt nicht, was ist, sondern was fehlt, sagte sie. Die Lücke im Gefüge. Das Loch in der eigenen Geschichte. Ein kalter Schauer lief mir den Rücken hinunter. Sie senkte die Hand und legte den Stern mir in die offene Handfläche.

Im Morgengrauen waren sie fort und ich folgte dem Stern.

Nur die eingedrückten Strohballen und der Ring aus schwarzen Steinen um die Asche zeugten von ihnen. Die Luft roch nach kalter Asche und feuchtem Wald. Der Stern lag in meiner Jackentasche, ein kleines Gewicht, das mich nach links zog. Ich kehrte nicht nach Hause zurück. Ich folgte dem Zug, den ich in meiner Tasche spürte. Er führte mich aus dem Wald, über Landstraßen, durch Dörfer, in denen die Hunde bellten, als ich vorbeiging. Ich war unterwegs. Der Stern zeigte keine konkreten Ziele, er korrigierte nur meine Richtung, ein sanfter, unerbittlicher Druck gegen meine Rippen, wenn ich vom Kurs abkam. Ich lernte, die Lücken zu sehen, die er anzeigte. Die leere Bank im Park, die auf jemanden wartete. Das stumme Haus in einer Reihe singender Häuser. Ich trat in diese Lücken ein, blieb eine Weile, sprach manchmal mit Menschen, die sich dort verlaufen hatten. Ich wurde ein vorübergehender Bewohner des Fehlenden.

Manchmal holte ich den Stern heraus in stillen Nächten.

Sein Funkeln hatte sich verändert. Neben dem kalten, bläulichen Sternenlicht glomm nun ein warmer, goldener Schein, ein eingefangener Rest meines Feuers aus dem Kaitzbachwald. Und wenn ich sehr lange hinsah, erkannte ich in seinen tiefsten Schichten einen winzigen, schwarzen Punkt. Ein Nichts. Es zog das Licht in sich hinein und strahlte es verwandelt wieder aus. Er trug beide Welten in sich, wie ich.

Ich kehrte nach Jahren in den Kaitzbachwald zurück.

Der Wald hatte mich gerufen. Nicht laut, sondern durch eine plötzliche, vollständige Stille in der Zugrichtung des Sterns. Er lag schwer und neutral in meiner Tasche, seine Arbeit für diesen Zyklus getan. Der Platz war wieder von Gestrüpp überwuchert, aber die Steine des Feuerrings lagen noch da, moosbedeckt und in die Erde eingesunken. Ich setzte mich auf den verfaulten Baumstumpf und wartete. Ich wartete nicht auf die Reisenden. Ich wartete darauf, wer ich geworden war, zu mir zu finden.

Ein junger Mann fand mich mit vertrauter innerer Schwere.

Er hatte ein Zelt dabei, war auf der Flucht vor etwas, das er nicht benennen konnte. Wir zündeten ein neues Feuer an. Als die Nacht kam und das Knacken des Holzes den Raum zwischen uns füllte, holte ich den Stern hervor. Er funkelte im Feuerschein, der goldene Anteil pulsierte stärker. Ich erzählte nicht von dem Loch. Ich erzählte von der Frau mit den wilden Locken, von der Musik der Flöte im Schlaf, von der Kunst, Lücken zu bewohnen. Ich ließ den Stern in seiner Handfläche liegen. Er zuckte zusammen, als die erste Kälte ihn durchdrang, dann staunte er über die darauffolgende Wärme. Sein Blick ging zwischen dem Stern und meinen Augen hin und her, auf der Suche nach einer Erklärung, die ich nicht geben konnte.

Im ersten Licht des Tages verabschiedete er sich.

Er ging mit einer entschlosseneren Haltung, als er gekommen war. Der Stern war in seiner Tasche. Ich blieb am erloschenen Feuer sitzen. Die Leere in meiner Brust war nicht zurückgekehrt. Stattdessen war da ein Raum, ein weites, ruhiges Atrium. In einer Ecke lagerte das strahlende, schmerzhafte Wissen um das alles-umfassende Licht. In einer anderen huschten die Schatten der fremden Bewusstseine. Und in der Mitte brannte das kleine, beständige Feuer einer Nacht im Wald, an dem ich einmal einfach nur da gewesen war. Ich war kein Suchender mehr. Ich war ein Ort geworden, an dem sich die Geschichten kreuzten, ein lebendiges Loch in der Welt, das nicht nur nahm, sondern auch weitergab. Der Schmerz war nicht fort, die Liebe war nicht errungen. Beides war zu Hause angekommen. Ich stand auf und ging dem neuen Tag entgegen, schwer von der Welt und leicht von ihrem Nichts.


Mit wandernden Grüßen aus den Zwischenräumen der Welt,
Ihr Kartograf der inneren Leere und Hüter des funkelnden Nichts.

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*Der geneigte Leser möge nachsichtig sein mit den Unschärfen der Erinnerung, den Verzerrungen, die das innere Auge sieht, und den Lücken, die jede wahrhaftige Geschichte umso deutlicher machen, je weniger sie benannt werden. Namen verblassen, Orte verwandeln ihre Ansicht, und selbst das Nichts unterliegt dem Wandel der Betrachtung.

Quellenangaben:
Inspiriert von der schweren Leichtigkeit einer funkelnden Nacht.
Paul Ernst: Jenseits der Wirklichkeit - Frühe deutsche phantastische Literatur
Goethe-Institut: Aktuelle Tendenzen im magischen Realismus
Lexikon der Psychologie: Phänomen Weltschmerz
Meyers Konversations-Lexikon 3. Auflage 1874 - 1884
Wikipedia – Die freie Enzyklopädie

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Ihr Ansprechpartner für den Verkauf der Pension: Stephan Haase - Haase & Kollegen Immobilienmakler - art'bureau Maxstraße 8 - 01067 Dresden - Tel.: 0351 897 35 654 - Faxzentrale: 0321 2422 7333 - Herzlich willkommen in Nassau bei Ruhe und Erholung, Sport- und Spiel in ausgedehnten Nadelwaldungen und auf blumenreichen Gebirgswiesen. Das gut gespurte Loipennetz sorgt für idealen Wintersport. Von den zwei schönen Ferienmonaten waren mir erst ein paar Tage durch die Finger geglitten. Alles in allem war ich mein Lebtag noch nie so glücklich gewesen. Das Leben war ein Roß, und tüchtige Rosse reiten war ganz mein Fall. Denn wirklich, ich war nur äußerlich so lächerlich jung. Ich fing sogar schon an, Studenten und solches Volk als junge Leute zu empfinden und mit warmem Interesse und Wohlwollen zu betrachten. Seit einiger Zeit hatte ich entdeckt, daß ich nun über die Spielereien hinausgekommen und ein Mann geworden sei; mit stiller Wonne ward ich stündlich meiner Reife froh und brauchte gern den Ausdruck, das Leben sei ein Roß, ein flottes, kräftiges Roß, und wie ein Reiter müsse man es behandeln, kühn und auch vorsichtig. Manche Wahrheiten, die mir vor einem Jahr noch altmodisch, pedantisch und greisenhaft geklungen hatten, fand ich neuerdings erstaunlich wahr und tief. Außerdem hatte ich mein Examen bestanden, auf den Herbst eine ungewöhnlich und unverdient gute Anstellung in der Stadt in Aussicht, ein nettes Taschengeld im Sack und zwei Monate Ferien vor mir liegen. Ich war vierundzwanzig Jahre alt, fand die Welt und mich selber sehr wohlbeschaffen und betrieb das Leben noch als eine ergötzliche Liebhaberkunst, vorwiegend nach ästhetischen Gesichtspunkten. Doch hätte mir das niemand sagen dürfen! Ich hatte mich nach den nötigen Zweifeln und Schwankungen einer das Leben bejahenden Philosophie ergeben und mir nach mehrfachen schweren Erfahrungen, wie mir schien, eine ruhige und sachliche Betrachtung der Dinge erworben. Nur das Verliebtsein kam und verlief ganz ohne meine Wahl nach den althergebrachten Regeln. […] Mehr lesen >>>


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Als die MiG den Himmel zerschnitt, erinnere dich an jedes Geräusch das wir vergessen wollten und einander nicht mehr hassen

Ein verwitterter Flügel ragt in den Abendhimmel, die Kanten scharf wie die Erinnerungen, im Boden verwurzelt. Der Beton mit dem Duft von Kerosin und Angst, Jahrzehnte nachdem die letzten Turbinen verstummten. In den Rissen der Startbahn blühen gelbe Blumen, stumme Zeugen des Tages, als der Himmel über Cottbus in Flammen stand. In den verlassenen Hangars die Geschichten von Männern, die mit Metallvögeln tanzten, bis die Schwerkraft sie einholte. Eine zerbeulte Trinkflasche rollt über den Boden, hatte jemand unsichtbar daran gestoßen? Die Vitrinen im Museum voller Helmvisiere, die noch immer den letzten Blick ihrer Träger einfangen, einen Blick voller Entschlossenheit, voller Schrecken. Draußen auf dem Rollfeld, wo einst Kampfhubschrauber ihre tödliche Last trugen, spielt jetzt ein Kind mit einem Modellflugzeug. Es wirft es in die Luft, der Wind trägt es dorthin, wo 1975 eine MiG in einen Plattenbau krachte. Die Mutter des Kindes zuckt zusammen, als das Spielzeug hinter den Bäumen verschwindet. Sie weiß nicht warum. In der alten Kommandobude blättert ein vergilbtes Logbuch von alleine um. Eine Seite nach der anderen, bis sie bei dem Eintrag vom 14. Januar stehen bleibt. Die Tinte verblasst, bis auf drei Worte, die sich dunkel abheben: "Er hat gewusst." Jeden Abend, wenn die Sonne die Museumsflugzeuge in goldene Särge verwandelt, hört der alte Wärter Schritte auf dem Beton. Immer dieselbe Route, vom Tower zur Absturzstelle und zurück. Die Überwachungskameras zeigen nichts. Aber die Staubschicht auf dem Boden verrät, dass etwas, oder jemand, diesen Weg geht. Warum zucken die Nadeln im ausgestellten Höhenmesser immer genau um 19:15 Uhr? Wer hinterlässt frische Blumen an der Gedenktafel, auf der sieben Namen stehen? Und wieso flüstern die Kinder in der Gegend, manchmal höre man nachts noch ein leises "??????????, ??????????, ??????????" im Wind? Die Stille beginnt dort, wo der Asphalt die Vergangenheit nicht mehr tragen kann. Zwischen Betonplatten blinder Landebahnen, die Jahre greifen den Ort, der keine Flüge mehr zählt, aber jede Stimme bewahrt. Kein regulärer Flugverkehr, kein Eintrag im aktuellen Luftfahrtsystem. Und doch steht etwas in der Luft, das sich nicht löschen lässt. Der Wind trägt es weiter, durch Birkenhaine, über vergessene Fangmasten und durch Hallen voller Schatten. Wer ihn hört, hört mehr als Wind. Hier, wo einst die MiG-21 mit brennendem Rumpf in den Morgen schnitt, blieb mehr zurück als Rauch und Splitter. Eine Stadt hielt den Atem an. Fenster zerbarsten im Takt der Triebwerke, und die Menschen zählten nicht nur die Starts, sondern auch die Sekunden bis zum Einschlag. Sieben starben. Und niemand vergaß. Die Rotoren kamen später. Kleiner, dumpfer, aber nicht leiser. Die Kampfhubschrauber schwebten nicht, sie dröhnten, jeden Tag, jeden Abend, durch jede Mauer. Es war ein anderes Geräusch, ein anderes Zählen, kein Countdown zum Start, sondern das Brummen eines Zustands, der nie ganz fortging. Und jetzt? Jetzt steht dort ein Museum. Kein gewöhnliches. Es sammelt Vitrinenstücke, Nachklänge des DHS. Cockpits, in […] Mehr lesen >>>


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