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Die zwei Geselle

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Neu-Ruppin, Stadt und

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Weg zum Ostseeufer

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Internet-Magazin Vier Jahr Zeit Sonne Morgen ...

Frühling Sommer Herbst Winter

Der Himmel bricht an einem Dienstagmorgen in Blüten.

Der Himmel brach an einem Dienstagmorgen in Blüten. Es war kein lautes Zerbrechen, kein Donnern oder Splittern. Es war ein sanftes, tödliches Aufgehen, eine unsichtbare Hand leerte einen riesigen Samenbeutel über der Erde aus. Zuerst sah ich nur die weißen Flocken, die vor meinem Küchenfenster tanzten, und dachte an einen späten Aprilscherz des Wetters. Dann fiel mein Blick auf das Thermometer an der Außenwand. Es zeigte achtundzwanzig Grad Celsius. Und auf die Digitaluhr. Sie zeigte das Datum des einundzwanzigsten Juli. In diesem Moment wusste ich, dass meine Berechnungen, die verrückten, die ich in den letzten Nächten verworfen hatte, doch stimmten. Die Sonne starb nicht einfach. Sie zuckte. Und jedes Zucken riss ein Loch in das Gefüge der Zeit.

Mein Herz verwandelt sich in einen schweren kalten Stein.

Das Herz in meiner Brust wurde zu einem schweren, kalten Stein. Ich ließ die Tasse mit dem erkaltenden Kaffee stehen. Meine Hände zitterten nicht. Diese beunruhigende Ruhe, die mich in extremen Krisen befällt, hatte mich bereits umfangen. Ich ging zum Wohnzimmerfenster und schob den Vorhang ganz zur Seite. Der Schnee fiel in dicken, trägen Flocken auf den braunen, ausgedörrten Rasen meines Vaters. Er schmolz nicht, wo er den Boden berührte. Er blieb liegen und türmte sich zu einem surrealen, sommerlichen Weiß auf. Von der Straße her hörte ich ein Kreischen von Reifen, dann ein gedämpftes, metallisches Krachen. Ein Vogel, eine Amsel, landete kopfüber im Schneehaufen unter dem Vogelhäuschen, regte sich nicht mehr. Die Welt behielt ihren Geruch bei, den Geruch von heißem Asphalt und gemähtem Gras, vermischt mit der scharfen, sauberen Kälte des winterlichen Niederschlags.

Mein Vater blickt in die leere glanzlose Feuerstelle.

Mein Vater saß in seinem Sessel am Kamin und blickte in die leere Feuerstelle. Silas Vance, der große Dichter der fließenden Bilder, verbrachte seine Tage jetzt meist damit, Löcher in die Luft zu starren. Die Demenz hatte sein Kurzzeitgedächtnis zu einem Sieb gemacht, aber seltsame Fragmente der Vergangenheit blieben hartnäckig haften. Er trug seinen dicken Wollmantel über dem Pyjama. Vater, es schneit, sagte ich. Er drehte langsam den Kopf. Seine Augen, einmal so blau und scharf wie Gletschereis, wirkken matt. Schnee. Das ist gut. Der Boden ist durstig. Es ist Juli, Vater. Juliberg, flüsterte er und ein seltsames Lächeln erschien auf seinen Lippen. Juliberg. Das klingt nach einem Ort aus einem meiner Gedichte. Ein Berg aus Juliglut. Oder war es ein Berg aus Julischnee?

Mein Arbeitszimmer gleicht einem Schlachtfeld aus weissem Papier.

Mein Arbeitszimmer glich einem Schlachtfeld aus Papier. Über den Schreibtisch, den Boden, sogar Teile des Fensterbretts verteilten sich Ausdrucke von Sternenkarten, Pulsationsdiagramme der Sonne, meine eigenen handschriftlichen Notizen mit wild umkreisten Formeln. In der Mitte thronte der Laptop, dessen Bildschirm eine stumme, grausame Animation zeigte. Ein Modell des solaren Magnetfeldes, das sich in unnatürlichen, krampfartigen Spasmen wand und drehte. Jeder dieser Spasmen entsprach einem Ausbruch, einer Sonneneruption von unvorstellbarer Macht. Doch meine These ging weiter. Diese Eruptionen waren nicht nur Materie und Strahlung. Sie waren Risse in der Raumzeit selbst, verursacht durch den sterbenden Stern. Die Sonne zuckte im Todeskampf und schlug dabei gegen die Mauern unserer Realität.

Der Schnee faengt an braune Blaetter mit sich zu tragen.

Draußen begann der Schnee, Blätter mitzubringen. Es waren keine frischen, grünen Blätter. Es waren große, knochentrockene Blätter von Platanen, rostrot und ockergelb, die im tanzenden Weiß wirbelten und sich auf der wachsenden Schneedecke festsetzten. Herbst im Hochsommer. Ich sah aus dem Fenster meines alten Kinderzimmers, in dem ich seit Vaters Diagnose schlief. Der Himmel hatte eine seltsame, gesprenkelte Farbe angenommen, ein milchiges Grau, durchsetzt mit gelblichen Schlieren, wie eine faulende Frucht. Die Uhr am Nachttisch blinkte. Sie zeigte 09:47, blieb für drei Sekunden stehen, sprang auf 14:22, dann zurück auf 08:15. Die Zeit löste sich nicht linear auf. Sie bröckelte. Sie mischte sich.

Silas haelt einen nassen Kastanienzweig in seiner Hand.

Silas stand plötzlich mitten im Wohnzimmer und hielt einen nassen, braunen Kastanienzweig in der Hand. Seine Hose war bis zum Knaie nass. Woher hast du das, Vater? Er sah mich an, als erkenne er mich erst jetzt. Der Baum vor der Tür gab es mir. Er hat gesagt, ich solle mich beeilen. Es wird gleich wieder Frühling. Ich führte ihn zum Sessel zurück. Sein Griff um den Zweig war eisern. An den nackten braunen Knospen hingen glitzernde Tautropfen. Frühlingsknospen. Mitten im Julischnee, umwirbelt von Herbstlaub. Die Vier Jahreszeiten, gleichzeitig und am selben Ort. Ein perfekter, grausamer Beweis. Die lineare Abfolge von Frühling, Sommer, Herbst, Winter war eine Illusion, die nur durch die stetige, gesunde Rotation der Sonne um ihr eigenes Zentrum aufrechterhalten wurde. Jetzt, da dieser Motor stotterte, vermischte sich der Inhalt der Jahre wie Farben in einer geschüttelten Schneekugel.

Das Observatorium antwortet mit einem tonlosen Summen.

Ich rief das Observatorium an. Die Leitung war tot. Ich versuchte es mit dem Handy. Kein Netz. Der Fernseher zeigte nur ein statisches Rauschen, aus dem manchmal groteske Bildfetzen auftauchten: eine Wüstenlandschaft, ein verschneiter Berggipfel, ein Strand bei Sonnenuntergang, alles in schneller, nichtssagender Folge. Die Welt schrumpfte auf das Haus meines Vaters, auf diesen Morgen, der sich nun schon über Stunden hinzuziehen schien. Die Hunger meldete sich. Ich ging in die Küche, um etwas zu essen zu machen. Der Kühlschrank summte leise. Als ich die Tür öffnete, schlug mir eine Welle warmer, fauliger Luft entgegen. Das Licht innen war aus. Die Milch in der Tüte war sauer, der Käse mit Schimmel überzogen. Der Kühlschrank hatte seine Funktion verloren, als die Zeit ihre Richtung verlor. Der Verfall brauchte keine Dauer mehr.

Mein Vater beginnt mit einer bruechigen Stimme zu sprechen.

Silas begann zu sprechen. Er sprach nicht zu mir. Er rezitierte. Seine Stimme, einst ein machtvolles Instrument für Lesungen, war brüchig, aber der Rhythmus war noch da. *Und der Herbst legt seine kupferne Hand auf des Sommers schwelende Schulter, und sie erstarren beide im selben Atemzug...* Es war aus seinem Gedichtzyklus *Die vier Gesichter der Sonne*. Ich setzte mich zu ihm auf den Boden, den Rücken an seine Sessellehne gelehnt. Die Heizung war kalt. Die Luft im Raum wurde frischer, aber nicht unangenehm. Es roch nach feuchter Erde und verbrannter Elektronik. Weiter, Vater. Er sah durch mich hindurch. *Der Winter wartet nicht hinter der Tür. Er wartet unter der Haut des Sommers. Er ist der Kern in der Frucht der Zeit.*

Ich verstehe die intuitive Sprache seiner alten Gedichte.

Ich verstand. Seine Gedichte waren keine Metaphern gewesen. Sie waren intuitive Aufzeichnungen einer tieferen Wahrheit. Er hatte immer von der Zeit als einem räumlichen Gebilde geschrieben, von Jahreszeiten als Nachbarn, die sich über den Gartenzaun lehnen. Wir Wissenschaftler suchten nach Gleichungen. Er hatte die Lösung in Bildern gefunden. Die Demenz, dieses Zerbröckeln seines Geistes, spiegelte nun perfekt das Zerbröckeln der äußeren Welt. In ihm waren die Barrieren zwischen den Jahren schon lange gefallen. Jetzt folgte die Realität seinem inneren Zustand.

Ein goldener Lichtstreifen faellt durch das Wohnzimmerfenster.

Ein goldener Lichtstreifen fiel durch das Wohnzimmerfenster. Der Schneefall hörte abrupt auf. Die wirbelnden Blätter fielen zu Boden. Für einen Moment war es still, beängstigend still. Dann hörte ich es. Das leise, anhaltende Rieseln von Sand. Ich trat ans Fenster. Über dem weißen, mit Blättern gesprenkelten Teppich regnete es feinen, goldgelben Wüstensand. Er fiel aus dem jetzt blassblauen Himmel, als würde ein unsichtbarer Sandkasten über uns ausgeleert. Die Hitze draußen kehrte mit einer Wucht zurück, die das Fensterglas zum Wabern brachte. Sommer, reiner, brutaler Hochsommer, gepaart mit einer Wüstenlandschaft. Die vier Jahreszeiten waren nicht mehr nur vermischt. Sie wurden gleichzeitig und in Reinform ausgegeben.

Sein Gesicht ist entspannt und die Verwirrung weggeblasen.

Silas stand auf. Sein Gesicht war entspannt, die Verwirrung wie weggeblasen. Er ging zum Fenster und legte eine Hand gegen die Scheibe. Siehst du es, Elara? Siehst du das wunderbare Chaos? Ich sehe es, Vater. Er drehte sich zu mir um. Seine Augen glänzten. Das ist es. Das ist der wahre Zustand. Alles auf einmal. Kein Nacheinander. Kein Warten. Kein Verpassen. Alles, was war und sein könnte, existiert in diesem einen, großen, atemlosen Morgen. Für ihn war es eine Offenbarung. Für mich die Bestätigung einer kosmischen Katastrophe. Die Sonne hielt nicht nur an. Sie zeigte uns alle ihre Gesichter gleichzeitig, weil sie ihre eigene Rotation, ihren eigenen Takt, verloren hatte. Wir lebten in der letzten Sekunde ihres gleichmäßigen Herzschlags.

Meine Angst weicht einer tiefen und seltsamen Traurigkeit.

Meine Angst wich einer seltsamen, tiefen Traurigkeit. Ich hatte mein Leben damit verbracht, die Sonne zu studieren, ihre Geheimnisse zu entschlüsseln. Und jetzt, in ihren letzten Zuckungen, schenkte sie uns dieses absurde, poetische Finale. Es war keine feurige Apokalypse. Es war ein sanftes Auseinanderfallen der Grundordnung. Ich dachte an all die Menschen da draußen, die in diesem Moment Frühlingsblumen in der Sommerhitze pflückten, während Winterstürme ihre Picknickdecken wegwehten. Ich dachte an die Tiere, die verwirrt in Zeitlöcher traten. Ich dachte an die Erinnerungen, die jetzt vielleicht nicht mehr nur im Kopf existierten, sondern dort draußen, real und berührbar.

Silas faengt an im Garten seltsame Dinge zu sammeln.

Silas fing an, Dinge zu sammeln. Er ging in den Garten, barfuß durch den kalten Schnee und den warmen Sand. Er kam mit einer Handvoll nasser Erde zurück, in der eine verschrumpelte, braune Kastanie und eine frisch erblühte, zarte Schneeglöckchenzwiebel steckten. Er legte sie wie einen Schatz auf den Couchtisch. Dann holte er ein welkes, aber noch grünes Efeublatt vom Türrahmen. Vier Zustände in einer Hand. Er setzte sich und betrachtete seine Sammlung mit der Hingabe eines Kindes. Alles ist jetzt hier, flüsterte er. Der ganze Kram. Nichts ist weg. Nichts ist vorbei.

Die Dunkelheit faellt nicht und der Morgen dehnt sich aus.

Die Dunkelheit fiel nicht. Der Morgen, dieser eine Morgen, dehnte sich ins Unendliche. Die goldene Sanddusche ließ nach, wurde zu einem gelegentlichen Glitzern in der Luft. Der Schnee schmolz langsam und ließ schlammige, von Blättern und Kastanien durchsetzte Pfützen zurück. Die Temperatur pendelte sich auf ein laues Frühlingsniveau ein. Es war, als beruhige sich das Zucken der Sonne für einen Moment, als sammle sie Kraft für den nächsten Spasmus. Die Uhren im Haus waren alle stehengeblieben oder zeigten wirre Zahlenfolgen. Die einzige Zeit, die noch galt, war die Dauer dieses einen, langen Morgens.

Ich erinnere mich an einen Morgen in meiner fernen Kindheit.

Ich erinnerte mich. Ich erinnerte mich an einen Morgen in meiner Kindheit. Ich mochte sechs sein. Mein Vater weckte mich, als es noch dunkel war. Komm, sagte er, die Sonne macht heute etwas Besonderes. Er trug mich auf seinen Schultern zum Hügel hinter dem Haus. Wir saßen da auf der kalten Erde und warteten. Als die Sonne aufging, war sie nicht einfach nur da. Sie schien zu zögern, dann in einem schnellen, flüssigen Satz über den Horizont zu springen. Siehst du, hatte er gesagt. Sie springt. Jeden Morgen springt sie neu ins Leben. Das war sein Geschenk an mich. Die Wissenschaft kam später. Zuerst kam das Wunder.

Silas schlaeft friedlich in seinem altmodischen Sessel ein.

Silas schlief in seinem Sessel ein. Sein Atem ging ruhig. In seiner geschlossenen Hand hielt er noch immer die Kastanie. Sein Gesicht war friedlich, befreit von der suchenden Verwirrung der letzten Jahre. In dieser neuen, zerbrochenen Welt fand sein zerbrochener Geist eine seltsame Vollständigkeit. Für ihn war der Zusammenbruch der linearen Zeit eine Erlösung. Alles, was er verloren glaubte, war plötzlich wieder gegenwärtig. Seine Frau, meine Mutter, war in diesem ewigen Morgen vielleicht genauso real wie der Schnee von vor Stunden. Ich zog eine Decke über ihn und beobachtete, wie das Licht sich wieder veränderte. Ein sanfter, herbstlicher Regen begann zu fallen, tropfte leise vom Dach, vermischte sich mit den Resten des Schnees.

Ich gehe vor die Tuer und atme die unentschiedene Luft ein.

Ich ging vor die Tür. Die Luft roch unentschieden, nach allen Jahreszeiten zugleich. Nasser Asphalt, nasse Erde, der süße Duft von irgendeiner unsichtbaren Blüte, eine kühle, steinige Note von Winter. Die Welt war still. Kein Auto, kein Flugzeug, kein ferner Verkehrslärm. Nur das Plätschern des Regens. Am Horizont, wo die Stadt hätte sein müssen, sah ich keine Lichter. Stattdessen ein diffuses, pulsierendes Leuchten in wechselnden Farben, wie ein riesiges, langsames Nordlicht. Das Magnetfeld der Erde kollabierte wohl in schönen, tödlichen Mustern. Ich setzte mich auf die nasse Treppenstufe und spürte den Regen in meinem Nacken. Ich war nicht mehr die Astrophysikerin Dr. Elara Vance. Ich war nur noch eine Tochter in einem langen Morgen.

Seine Augen zeigen eine sofortige und klare Erkenntnis.

Als ich wieder ins Haus trat, war er wach. Er sah mich an, und in seinem Blick war eine sofortige, klare Erkenntnis. Elara. Die Sonne ist krank, nicht wahr? Ja, Vater. Sie ist krank. Er nickte langsam. Ich habe es in meinen Knochen gespürt. Sie zittert. Sie hat Angst. Er verstand es auf seine Weise, tiefer als alle meine Modelle. Er stand auf, ein wenig wackelig, und kam zu mir. Er legte seine Hand, kalt und mit Erde unter den Nägeln, an meine Wange. Dieser Morgen ist ein Geschenk. Wir müssen nicht gehen. Alles ist schon da.

Wir warten nicht auf das Ende sondern leben darin.

Wir warteten nicht auf das Ende. Wir lebten in ihm. Ich machte Tee auf dem alten Gasherd, der noch funktionierte. Wir aßen eingemachte Birnen aus dem Keller, die noch gut waren. Wir sprachen nicht viel. Wir saßen am Küchentisch und beobachteten, wie sich das Licht im Raum veränderte. Mal war es das flache, weiße Licht eines Wintermorgens, mal das goldene, schräge Licht eines Oktobernachmittags. Die Zeit war nicht mehr unser Gefängniswärter. Sie war ein Zimmer, in dem alle Türen gleichzeitig offenstanden. Irgendwann nahm ich die Hand meines Vaters. Seine Haut fühlte sich an wie altes Papier. Meine fühlte sich an wie die eines Kindes. In diesem langen, letzten Morgen der Sonne waren wir alle Altersstufen zugleich. Wir waren vollständig.

Die Sonne geht nicht unter sie verblasst auch nicht.

Die Sonne ging nicht unter. Sie verblasste auch nicht. Sie blieb einfach dort, wo sie war, eine matte, milchige Scheibe am Himmel, umgeben von den Geisterlichtern der zerfallenden Magnetosphäre. Der Regen hörte auf. Der Wind legte sich. Eine perfekte, zeitlose Stille trat ein. Nicht die Stille des Todes, sondern die Stille eines eingefrorenen Atemzugs. Ich wusste nicht, ob draußen noch jemand lebte. Ich wusste nicht, ob dies der Anfang vom Ende oder ein neuer, seltsamer Gleichgewichtszustand war. Aber in diesem Haus, an diesem Morgen, der alle Morgen in sich trug, war mein Vater bei sich. Und ich war bei ihm. Die vier Jahreszeiten umarmten uns. Die Zeit hielt uns fest. Und die Sonne, unsere sterbende, zuckende Sonne, schenkte uns einen Abschied, der kein Vergessen kannte. Alles war da. Nichts war vorbei. Der Morgen dauerte an.


Mit herzlichem Dank und den besten Wünschen aus dem Haus, in dem die Zeit verweilt,
Ihr staunender Zeuge r vier gleichzeitigen Jahreszeiten und Archivar der verschwindenden Gegenwart.

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*Der geneigte Leser möge verzeihen, dass wir nicht näher darauf eingehen, welche Gesetze der Physik, linearen Zeitabläufe oder auch nur alltäglichen Gewissheiten im Verlauf dieses einen, sich immer weiter dehnenden Morgens, durch das sanfte Zucken eines sterbenden Sterns, die poetische Demenz und die komplette Neuordnung kausaler Zusammenhänge, ihre Gültigkeit verloren, sich auflösten oder schlichtweg in der Bedeutungslosigkeit verschwanden. Manche Zusammenbrüche sind zu vollständig, um sie katalogisieren zu können.

Quellenangaben:
Inspiriert von einem Morgen, der nicht enden wollte.
Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung: Aktuelle Forschung zum Stern Sonne
Spektrum.de Dossier: Wie wir Zeit wahrnehmen und was sie ist
Deutsche Alzheimer Gesellschaft: Grundlagen zum Krankheitsbild Demenz
Wikipedia – Die freie Enzyklopädie

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Die zwei Gesellen

Es zogen zwei rüst'ge Gesellen Zum erstenmal von Haus, So jubelnd recht in die hellen, Klingenden, singenden Wellen Des vollen Frühlings hinaus. Die strebten nach hohen Dingen, Die wollten, trotz Lust und Schmerz, Was Rechts in der Welt vollbringen, Und wem sie vorübergingen, Dem lachten Sinnen und Herz. Die alte Mamsell schlug den Flügel auf und Felicitas zog sich in den Vorbau zurück Die Sonne war im Untergehen. Manchmal fiel ein schwerfälliger Maikäfer klatschend auf die Galerie, oder ein Schwalbenpaar schwirrte, von Elternsorgen getrieben, vorüber sonst war es still, feierlich still. Um so ergreifender schwebten die Klänge des Beethovenschen Trauermarsches heraus in den Vorbau, aber schon nach wenigen Accorden hob Felicitas erschreckt den tiefgesenkten Kopf und blickte angstvoll in das Zimmer zurück das war kein Clavierspiel mehr; ein Tongeflüster, hinsterbend und geisterhaft, schlug es doch mit der ganzen Kraft einer unabweisbaren, urplötzlich begriffenen Mahnung an das Herz des jungen Mädchens: die Hände, die über die Tasten hinglitten, waren müde, sterbensmüde, und das, was unter ihnen hervorklang, waren die Flügelschläge einer Seele, die sich losreißen wollte für immer. Ein bisschen Sonne im kalten Wasser mit Vitamin D von Sonne pur oder Sonnen­Creme? Gegen Abend rettete ich mich endlich aus dieser alten, ehrwürdigen, gelehrten Stadt, aus der Volksmenge, die in den gewölbten Lauben, welche man fast durch alle Straßen verbreitet sieht, geschützt vor Sonne und Witterung, hin und her wandeln, gaffen, kaufen und ihre Geschäfte treiben kann. Sonst habe er durch das Sehrohr die Berge von Vicenza mit ihren Häusern und Kapellen gar wohl entdecken können, jetzt bei den hellsten Tagen nur selten. Gegen Süden die Vorhügel der Apenninen, bis an ihre Gipfel bepflanzt, bewachsen, mit Kirchen, Palästen, Gartenhäusern besetzt, wie die vicentinischen Hügel. Es war ein ganz reiner Himmel, kein Wölkchen, nur am Horizont eine Art Höherauch. Und dieser Nebel legt sich denn vorzüglich an die nördliche Kette und macht unser liebes Vaterland zum wahren Cimmerien. […] Mehr lesen >>>


Neu-Ruppin, Stadt und Klosterkirche

Ruppin hat eine schöne Lage - See, Gärten und der sogenannte "Wall" schließen es ein. Nach dem großen Feuer, das nur zwei Stückchen am Ost- und Westrande übrigließ (als wären von einem runden Brote die beiden Kanten übriggeblieben), wurde die Stadt in einer Art Residenzstil wieder aufgebaut. Lange, breite Straßen durchschneiden sie, nur unterbrochen durch stattliche Plätze, auf deren Areal unsere Vorvordern selbst wieder kleine Städte gebaut haben würden. Für eine reiche Residenz voll hoher Häuser und Paläste, voll Leben und Verkehr, mag solche raumverschwendende Anlage die empfehlenswerteste sein, für eine kleine Provinzialstadt aber ist sie bedenklich. Sie gleicht einem auf Auswuchs gemachten großen Staatsrock, in den sich der Betreffende, weil er von Natur klein ist, nie hineinwachsen kann. Dadurch entsteht eine Öde und Leere, die zuletzt den Eindruck der Langenweile macht. Da rief einer der Mäher im Übermute laut in den Wald hinein: Bornematz, komm und frühstück mit! Plötzlich kam aus dem Walde heraus ein riesenhafter Hase gesprungen, setzte mit gewaltigen Sprüngen über die erschrockenen Mäher hinweg, warf die gefüllten Krüge und Flaschen um und verschwand wieder spurlos. Der vorwitzige Mäher aber erhielt von unsichtbaren Händen einige so gesalzene Ohrfeigen, daß ihm schier die Sinne vergingen. Er hat es nie wieder versucht, den Hockauf Bornematz zum Frühstücke einzuladen. Einen geradezu wundersamen Anblick gewährt es, wenn man den Fußweg an den Nixensteinen vorüber benutzt und von diesem aus in dem ruhigen Mühlwehre einen Teil Porschendorfs erblickt, welchen das Wasser im Spiegelbilde widergibt, das darübergespannte Himmelszelt als unergründliche Wassertiefe in geheimnisvoller Weise als Hintergrund. Erst unterhalb des Rennersdorfer Rittergutes treten steile Abhänge wieder an die Ufer heran und engen das Wesenitztal so ein, daß nur die Wesenitz und ein schmaler Fahrweg im Grunde noch Platz haben für Geschäftspräsente und Geschenke, besonders geeignet für Jubiläen, Geburtstage und andere Anlässe, Produkte aus Leder und Holz, Porzellan aus Meissen und Romantik mit Kerzenlicht für besinnliche u. romantische Stunden, Romantik mit Kerzenlicht. […] Mehr lesen >>>


Weg zum Ostseeufer

Hab´ich was aus dem Tag gemacht, oder ihn einfach nur verbracht wo noch Bäume sind und Flaschen? Schließlich erwischte ich sie und trug sie hinunter ins Freie. Es war so neblig, daß er seinen Wagen nicht mehr sah. Meiner Meinung nach beeinflußt ein auffallendes Äußere sogar das Tier; und ich muß zugeben, daß in der Erscheinung und der eine Weg durch Laub und grün sehr viel dazu angetan war, die Einbildungskraft eines Vierfüßlers anzuregen. So Einer, wie der, der bringt Geld unter die Leute. Aber das treue Bübchen sah, in welcher Angst die Mutter war, und lief und fiel und stand wieder auf, und die Katze jagte sein Kaninchen, Tauben und Hühner liefen ihm um die Füße, stoßend und spielend sprang sein Lamm ihm nach, aber das Bübchen sah alles nicht, ließ sich nicht säumen und richtete treulich seine Botschaft aus. Und weil sie müde waren von ihrem langen Weg, schliefen sie bald ein. Es war ein gewitterhaftes Jahr und die FCH Graffiti Ernte gekommen; alle Kräfte wurden angespannt, um in den heitern Stunden das Korn unter das sichere Dach zu bringen. Es ist gar nicht so einfach eine Maus zu fangen. Vergleiche von Gisela führt uns zum Ufer hin. Bin ein Vulkan, mit Lava überströmt. Da zuckte zweischneidend der Schmerz ihm durch Mark und Bein, es dunkelte vor seinen Augen, es fühlte das Nahen seiner Stunde und war allein. Dort haben die Irren die Leitung übernommen, doch Mr. Lesen Sie dieses Buch nicht, wenn Sie gern Nutellagläser auslöffeln. Es war ein heißer Nachmittag gekommen, schwarze Häupter streckten die Wolken über die dunklen Berge empor, ängstlich ums Dach flatterten die Schwalben, und dem armen Weibchen ward es so eng und bang allein im Hause, denn selbst die Großmutter war draußen auf dem Acker, zu helfen mit dem Willen mehr als mit der Tat. […] Mehr lesen >>>


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